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Der Kommunalbetrieb Krefeld (KBK) führt aktuell ein Pilotprojekt zur Beseitigung von extremen Fettablagerungen in Kanälen und Pumpwerken durch. Die Idee für das Pilotprojekt entstand bei einem landesweiten Fachaustausch mit Städten und Gemeinden.
Mehrere Kommunen und Verbände setzen bereits auf die biologische Kanalreinigung durch den Einsatz von Mikroben. In alten Rohrsystemen vorhandene Ablagerungen werden von ihnen gezielt abgebaut. Gleichzeitig wirken die Mikroorganismen prophylaktisch und verhindern die Entstehung neuer Fettablagerungen – sowohl in bestehenden und bereits gereinigten als auch in neuen Kanälen.
Zu den Anwendern zählen unter anderem die Städte Korschenbroich, Neu-Anspach und Alpen sowie der Emscher-Lippe-Verband und der Abwasserzweckverband Thüringer Pforte. Für das Pilotprojekt wurde ein Abwasserpumpwerk ausgewählt, in dem es regelmäßig zu erheblichen Fettablagerungen kommt. Diese beeinträchtigen den Betrieb der Anlage und führen zu einem hohen sowie kostenintensiven Reinigungs- und Unterhaltungsaufwand.
Der Erfolg des Projekts wird sich voraussichtlich erst in einigen Wochen oder Monaten beurteilen lassen. Es braucht Zeit, bis die Mikroorganismen die starken Fettablagerungen an den Innenflächen des Pumpwerks deutlich reduzieren oder vollständig abbauen. Auch eine geringere Zahl an Störungen im Pumpwerk wäre ein wichtiger Hinweis auf die Wirksamkeit der Maßnahme.
Die Wirkungsdauer der eingesetzten Mikroorganismen wird laut Hersteller auf etwa zehn Jahre geschätzt. Als Referenz dient die Gemeinde Alpen, in der die Mikroorganismen seit rund neun Jahren erfolgreich eingesetzt werden – bislang ohne erforderliche Nachdosierung.
Die eingesetzten Mikroben sind unbedenklich für Mensch, Tier und Pflanzen. Sie gehören zur Risikogruppe 1 der Biostoffverordnung, sodass es wissenschaftlich als unwahrscheinlich gilt, dass sie Krankheiten beim Menschen verursachen. Ihre Funktion besteht darin, organische Stoffe wie Fette, Fäkalien und Essensreste abzubauen.
Die Gesamtkosten für das Pilotprojekt belaufen sich auf etwa 20.000 Euro. Darin enthalten sind sowohl die Mikroorganismen selbst als auch die Kosten für Personal und Fahrzeuge. Ohne das Projekt wäre eine regelmäßige Reinigung der Anlage etwa viermal pro Jahr notwendig, was jährliche Kosten von rund 10.000 Euro verursacht. Allein für diese Anlage hätten sich die Investition bereits im dritten Jahr rentiert.
Sollte das Projekt die Erwartungen des KBK erfüllen, wird der Einsatz der Mikroorganismen auf weitere Pumpwerke ausgeweitet.